Der Druidenstab

von wolfgang

Wer wach durch unsere Wälder wandert, kommt dabei so manches Mal in Gedanken, die nicht immer die seinen zu sein scheinen. Schon Viktor Schauberger war der Ansicht, dass in den Wäldern die gesamte Geschichte der Menschheit auf sonderbare Art und Weise gespeichert sei und er darin zu lesen vermochte. Die Netzwerke an Baumstrukturen aus Tausenden und Abertausenden von Bäumen also immense Informationsnetzwerke? Welche Geschichten ließen sich daraus lesen? Wer überlegt, wer in den Jahrtausenden vor ihm diese Wege bereits alles beschritten hat, den beschleicht Faszination und respektvolles Staunen. Es waren vor allem die Kelten, aber auch andere Völker, die zwangsläufig weit enger mit der Natur in Verbindung standen als wir es heute tun. Und die, die den Wald besonders gut kannten und häufig aufsuchten, das waren die Druiden. Sollte ihr Wissen nach wie vor im Datenreservoir des Waldes gespeichert sein? Wenn ja, wie ließe es sich anzapfen? Könnte der Druidenstab, den sie stets mit sich führten, Antwort darauf sein?

Ein Druidenstab sucht sich seinen Druiden aus

Unzählige Stöcke, Äste und auch Baumstämme finden sich am Wegrand bei einer Wanderung durch den Wald. Holz, das scheinbar nicht mehr gebraucht wird und zumindest für die Natur dennoch eine wichtige Funktion hat, die nichts verschwendet. Doch ab und an fällt dem aufmerksamen Wanderer ein Stück Holz auf, das ganz besonders scheint. Wie automatisch greift die Hand danach und prüft, wie es sich anfühlt. Manchmal ist es ein Ast, der sich gut als Wanderstab eignet, doch manches Mal wird schon nach wenigen hundert Metern klar, dass es sogar noch mehr ist als das. Ein Druidenstab lässt sich nicht suchen und schon gar nicht finden. Man wird von ihm gefunden.

Wozu brauchten die Druiden ihren Druidenstab?

Druidenstäbe werden häufig mit magischen Ritualen in Verbindung gebracht und wer weiß, vermochte der eine oder andere Druide gar, mit diesem Werkzeug Magisches zu tun. Doch wer daran denkt, dass ein Wald nicht nur eine Ansammlung vieler Bäume ist, sondern ein riesiger Organismus, der mit all seinen Teilen ständig in Verbindung steht und kommuniziert, der kommt auch dem Geheimnis der Druidenstäbe näher. Wer einen solchen gefunden und ihn respektvoll in der Hand hält, dem erzählt dieser Stab jedoch ohnehin alles, was sein Träger erfahren soll. Wenn das Stück Holz einst lebendiges Teil des Organismus Wald war, warum sollte es seine Funktion dann plötzlich einbüßen, nur weil sich Ort und Form verändert haben? Auch aus Experimenten der Wissenschaft mit Wasser und Eiskristallen ist bekannt, dass sich Wassertropfen aus demselben See gleich verhalten, selbst, wenn eine Probe davon viele hundert Kilometer weit weg gebracht wird.

Dem Druiden gelang es mit dem Druidenstab besser, den Wald zu spüren. Dank ihm war es einfacher, die Landschaft um ihn herum zu lesen, die Wege der Tiere zu erkennen, sich zu bestimmten Pflanzen führen zu lassen und mitunter auch die besagten Geschichten der Vergangenheit zu erfahren und daraus wertvolles Wissen für sein Dorf zu schöpfen. Der Druidenstab erdet gleichzeitig und schafft damit eine Ableitung der überschüssigen Energien, die nicht gebraucht werden. Mit jedem Absetzen des Stockes in der Erde beim Gehen alle paar Schritte setzte der Druide auch dem Wald ein Zeichen, das sagte, „hier bin ich“ und höflich um Erlaubnis und Schutz bat.

Ähnlich wie die Wünschelrute fungierte er sicherlich auch als Verlängerung der Elle, um besondere Kraftplätze oder auch Wasseradern unter der Erde aufzuspüren und anzudeuten. Jeder Druide mag seinen Druidenstab anders verwendet haben und hatte schließlich auch andere Aufgaben. Wer glücklich ist, einen zu finden, wird selbst seine Erfahrungen damit machen dürfen.

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1 Kommentar

Marianne 23. Februar 2021 - 23:27

Danke für diesen schönen Text! Ich habe meinen Druidenstab von einem Kraftort geschenkt erhalten, mit dem ich mich immer verbunden fühle, wenn ich ihn berühre. Ich war die letzten Tage energetisch ein wenig erschöpft und werde den Stab nun in meine Meditation integrieren und hoffentlich bald wieder mit in den Wald gehen.

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